Rechtsanwaltskanzlei

Dr. jur. Peter-René Gülpen

          

Kirchstraße 11

53840 Troisdorf

                    

Telephon:

02241 / 973 978-0

Telefax:

02241 / 973 978-1

               

Bürozeiten und Termine:

                        

Montag bis Freitag
09.00 - 13.00 Uhr sowie
14.00 - 18.00 Uhr
und nach Vereinbarung

 

 

   

 

 

Presse- und Medienberichte


 

 

 

Betrüger versilbert Zahngold - Prozess in Siegburg

45-Jähriger prellt Firmen um Edelmetall im Wert von 116 000 Euro

Von Ingo Eisner

Siegburg. Auf den Zahn fühlte Richter Ulrich Wilbrand am Donnerstag einem 45 Jahre alten Angeklagten im Amtsgericht. Der Kölner hatte sich des gewerbsmäßigen Betruges in 43 Fällen schuldig gemacht. Der Zahntechniker finanzierte seinen luxuriösen Lebensstil, indem er unter falschem Namen Zahngold im Wert von 116 000 Euro bestellte. Das Edelmetall verhökerte er an einen Hehler, die Rechnungen beglich er nicht.

Umfassend geständig war der Angeklagte. Er gab sogar Straftaten zu, die von der Staats-anwaltschaft Bonn gar nicht angeklagt waren. In Dutzenden Fällen hatte der notorische Betrüger deutschlandweit Bohrer-Turbinen aus Zahnarztpraxen gestohlen, um sie zu versilbern. In Siegburg ging es am Donnerstag vor allem um Gold, das der Kölner zwischen Januar und Juni 2006 bei verschiedenen Firmen geodert hatte.

Bei der Lieferadresse in Düsseldorf handelte es sich um eine Zahnarztpraxis, bei der er als selbstständiger Zahntechniker arbeitete. In Troisdorf benutzte er ab Mai 2006 die Anschrift eines verstorbenen Dentallabor-Inhabers. "Wenn das Gold kam, fing ich den Lieferanten vor der Tür des Labors ab." Für das Gold bekam er von einem Hehler, den er angeblich auf einer Raststätte kennen gelernt hatte, etwa 50 000 Euro.

Auf die Adresse in Troisdorf verlegte er sich ab Mai 2006, weil ihm der Boden in Düsseldorf zu heiß wurde. "Die Firmen, bei denen ich das Gold bestellte, hetzten mir Inkasso-Unternehmen auf den Hals, die mich bedrohten. Ich bekam es mit der Angst", sagte der Zahntechniker. Hinzu kam, dass der hoch Verschuldete die Geldstrafe aus einer früheren Verurteilung wegen Betruges nicht begleichen konnte.

Als die Bonner Staatsanwaltschaft im März 2007 einen Haftbefehl erließ, floh der Kölner nach Spanien. Fortan wurde der Zahngold-Betrüger auch per internationalem Haftbefehl gesucht. Ein Verkehrsunfall in Deutschland, in den er vor drei Monaten verwickelt war, wurde ihm zum Verhängnis. Seit dem 5. März sitzt er in Düren die verhängte Geldstrafe ersatzweise ab.

Am Donnerstag im Siegburger Amtsgericht kam noch etwas dazu. Drei Jahre Freiheitsstrafe wegen gewerbsmäßigen Betruges in 43 Fällen hielt Richter Wilbrand für tat- und schuld-angemessen. "Ich hebe allerdings den Haftbefehl auf und eröffne Ihnen die Möglichkeit des offenen Strafvollzuges."

Die umfassende reumütige Geständigkeit des Angeklagten würdigten sowohl Wilbrand als auch der Staatsanwalt trotz der einschlägigen Vorstrafen positiv. Deshalb wollten sie ihm mit dem Urteil auch ein wenig helfen.

"Es gibt keine Garantie, was den anderen Staatsanwaltschaften noch einfällt, um Sie wegen den gestohlenen Bohrer-Turbinen zu belangen. Aber bei einer hier verhängten Freiheitsstrafe stehen die Chancen für sie gut, dass die anderen Verfahren eingestellt werden", sagte Wilbrand.

Quelle:  
Generalanzeiger (06.06.2008)  

 

 

 Presse- und Medien

 

 

 

 

   

 
 
   © Rechtsanwalt Dr. jur. Gülpen, 2008