Rechtsanwaltskanzlei

Dr. jur. Peter-René Gülpen

          

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Presse- und Medienberichte


 

   

1Haftstrafe nach Überfall auf dem Siegburger Friedhof

Von Nadine Otto

Siegburg. Bis zuletzt hat er abgestritten, im Januar 2005 eine alte Dame auf dem Siegburger Nordfriedhof überfallen zu haben. Doch Amtsgericht-Richterin Alice Weismann glaubte dem 28-jährigen Angeklagten nicht und verurteilte ihn am Dienstag zu drei Jahren Freiheitsstrafe [Anm.: vertr. d. RA Gülpen]. Einen gleichaltrigen Siegburger, der ebenfalls wegen räuberischer Erpressung angeklagt war, sprach sie frei. Er hatte seinen Kumpel belastet.

Es war der erste Sonntag im Januar 2005. Eine heute 78-jährige Henneferin wollte den Friedhof verlassen, als sie kurz vor dem Ausgang nach eigenen Angaben von zwei Männern überholt wurde. Einer der beiden hielt ihr einen spitzen Gegenstand gegen die Brust und forderte ihre Handtasche. Mit der schlug die resolute Frau aber zu, die Männer flüchteten ohne Beute. Auf die Hilfeschreie der Frau hin nahm ein Zeuge die Verfolgung auf und kehrte mit dem am Dienstag frei gesprochenen Thomas B. (Namen geändert) zurück. Der verurteilte Sebastian W. entkam. Thomas B., der derzeit wegen Diebstahls eine Haftstrafe absitzt, beteuerte von Anfang an, nichts mit der Tat zu tun zu haben. Der Überfall sei eine Kurzschlussreaktion seines Kumpels gewesen. Beide seien massiv auf Entzug gewesen, als sie an besagtem Sonntag das Grab des Vaters von Sebastian W. besuchten.Nachdem sie die Henneferin überholt hatten, habe Sebastian W. sich auf einmal umgedreht und die Frau bedroht. Er habe ein paar Meter entfernt gestanden. Als Sebastian W. flüchtete, rannte auch Thomas B. weg: "Mir hätte ja so oder so niemand geglaubt, dass ich nichts damit zu tun habe."

Richterin Alice Weismann glaubte ihm: "Ich halte ihn nicht für so strukturiert, dass er eine falsche Aussage so stringend durchziehen könnte." Zwar hatte das 78-jährige Opfer Thomas B. allein der Größe wegen als Täter identifiziert, das genügte aber weder Staatsanwalt noch Richterin als Beweis. Zumal auch seine Schwester den Kumpel belastete. Sebastian K. habe ihr gegenüber die Tat zugegeben. Auch, dass Thomas B. nicht weiter flüchtete, nachdem der Zeuge ihn fasste, sah Weismann als Indiz für seine Unschuld und sprach ihn frei. Sebastian W. hingegen ist für Richterin Weismann der Täter. Ihm seien ob des Entzuges die Sicherungen durchgebrannt. Dass es beim versuchten Überfall blieb, wirkte sich strafmindernd aus. Ebenso die Tatsache, dass die Seniorin kein Trauma davon getragen hat, Sebastian K. auf Entzug war und zudem ein schweres Leben hat. Da er sich aber bis zuletzt uneinsichtig zeigte, während der Tat unter Bewährung stand und sich an einem wehrlosen Opfer vergriff, lautete das Urteil drei Jahre.

Quelle:  General-Anzeiger (14.03.2007)

 


 

2Landgericht: Eindeutig ein Fehler der Justiz

ERSTELLT 06.07.07, 07:09h

BONN / SIEGBURG. „Ein Fehler der Justiz! Das ist ganz eindeutig!“ Der Bonner Berufungsrichter ist sich ganz sicher: Das Amtsgericht Siegburg hat den falschen Angeklagten freigesprochen. Und jetzt bleibe ihm nichts anderes übrig, als auch den zweiten Angeklagten [Anm.: vertr. d. RA Gülpen] freizusprechen. Es gibt eine Straftat und zwei mögliche Täter, doch die Tat bleibt damit ungesühnt. Der Fall: Auf dem Nordfriedhof in Siegburg wird am 2. Januar 2005 eine Rentnerin angegriffen. Mit einem spitzen Gegenstand, wahrscheinlich einem Brieföffner, wird die 78-jährige Henneferin bedroht und aufgefordert, ihre Tasche herauszugeben. Die resolute alte Dame aber schlägt mit ihrer Tasche um sich und damit zwei Männer, beide 28 Jahre alt, in die Flucht. Passanten, die den Vorfall beobachtet haben, folgen den Räubern: Einer kann erwischt werden, der andere kehrt freiwillig zurück. Vor dem Siegburger Amtsgericht aber belasten sich die beiden drogensüchtigen Kumpel gegenseitig: beide Angeklagten behaupten, der andere habe - zur eigenen Überraschung - der Rentnerin plötzlich den Brieföffner an die Brust gehalten. Die Amtsrichterin in Siegburg glaubt „wegen seiner stringenten Aussage“ einem der beiden Angeklagten - und spricht ihn frei. Der zweite Angeklagte wird am 13. März 2007 wegen versuchter räuberischer Erpressung zu drei Jahren Haft verurteilt. Ein Fehlurteil, meint der 28-Jährige und geht in Berufung vor das Bonner Landgericht. Der Bonner Richter hört sich den Fall noch einmal an und kommt am Ende zu dem Ergebnis, dass die Rentnerin eindeutig denjenigen belastet, der bereits vom Amtsgericht rechtskräftig freigesprochen wurde: Die 78-jährige habe diesen nämlich bei einer Lichtbildvorlage identifiziert, auch habe sie immer gesagt, dass es der Größere der beiden Männer gewesen sei, der direkt vor ihr mit der Waffe stand. Und das ist nicht der, der jetzt noch auf der Anklagebank saß. Dem Bonner Richter blieb so nur übrig auch diesen freizusprechen; denn es gab gegen ihn keinen Beweis. Auch die Staatsanwältin hatte zuvor einen Freispruch gefordert.

Ob das Verfahren gegen den anderen nun wieder aufgenommen wird, ist zweifelhaft. Dafür, so der Bonner Richter, sei die Beweislage einfach zu dünn. (usc)

Quelle:  Kölnische Rundschau (06.07.2007)


Überfall auf Siegburger Seniorin bleibt ungeahndet

Keiner der Verdächtigen wird bestraft - Richter: "Fehler der Justiz"

VON BENJAMIN JESCHOR

Siegburg. Ohne jeden Zweifel kam es im Januar 2005 auf dem Siegburger Nordfriedhof zum Angriff auf eine rüstige Rentnerin. Doch keiner der beiden 28 Jahre alten Männer, die für die Tat in Frage kommen, wird dafür strafrechtlich belangt: Im März dieses Jahres sprach eine Siegburger Amtsrichterin den Angeklagten Thomas B. (Namen geändert) frei (der GA berichtete). Das Urteil ist rechtskräftig.

Jetzt wurde der damals wegen versuchter räuberischer Erpressung zu drei Jahren Gefängnis verurteilte Sebastian W. [Anm.: vertr. d. RA Gülpen] von der Berufungskammer am Bonner Landgericht mit der Begründung freige-sprochen, nicht er, sondern doch Thomas B. sei vermutlich der Täter. In den Augen des Berufungsrichters wurde in erster Instanz der falsche Angeklagte entlastet. Die beiden drogenabhängigen Männer hatten sich bis zuletzt gegenseitig beschuldigt.

Laut Urteil der Amtsrichterin brannten dem unter Suchtdruck stehenden Sebastian W. an jenem Nachmittag die Sicherungen durch. Er habe einer 78 Jahre alten Seniorin einen spitzen Gegenstand - vermutlich einen Brieföffner - vor die Brust gehalten und gerufen: "Überfall! Tasche her." Die Rentnerin reagierte unerwartet und schlug dem Angreifer ihre Handtasche um die Ohren. Dieser ergriff die Flucht. Der Kumpel schien von der Attacke ebenso überrascht gewesen zu sein wie das Opfer. Zwar flüchtete Thomas B. auch, ließ sich aber von einem Zeugen zurück zum Tatort bringen. Dies wertete die Amtsrichterin ebenso als entlastendes Argument wie die Behauptung der Ex-Freundin von Sebastian W., die gleichzeitig die Schwester von B. ist, dass der ehemalige Lebensgefährte ihr gegenüber die Tat gestanden habe.

Für den Berufungsrichter, der von einem "kuriosen Verfahren" sprach, das "nicht befriedigend" zu Ende gegangen sei, deutet das Verhalten nach dem Angriff hingegen auf die Schuld von Thomas B.. Entscheidend sei jedoch aber, dass die 78-Jährige den Angreifer als den größeren der Männer beschrieben habe. Dies treffe eindeutig auf B. zu. Daher müsse für den zunächst verurteilten Sebastian W. der "uralte Grundsatz" gelten: Im Zweifel für den Angeklagten. In den vergangenen Jahren ließ sich der Beschuldigte 16 Mal in der Rheinischen Landesklinik Bonn wegen paranoider Schizophrenie stationär behandeln. Dass nun niemand für die Tat belangt werde, sei ein "Fehler der Justiz", so der Kammervorsitzende.

Eine Wiederaufnahme des Verfahrens gegen Thomas B. sei aus rechtlichen Gründen eher unwahrscheinlich.

Generalanzeiger (06.07.2007)

 


 

Zwei Täter, ein Überfall, keine Strafe

VON BENJAMIN JESCHOR

Der Berufungsrichter hat das Urteil des Amtsgerichts im Prozess um den Überfall auf eine Seniorin aufgehoben. Ihm zufolge wurde der Falsche verurteilt.

Siegburg/Bonn - Ein „kurioses Verfahren“, so der Berufungsrichter am Bonner Landgericht, fand jetzt ein spektakuläres Ende: Obwohl ein versuchter Handtaschenraub auf dem Siegburger Nordfriedhof zweifelsfrei stattfand, wurden letztendlich beide Verdächtige freigesprochen. Im März dieses Jahres hatte eine Siegburger Amtsrichterin den 28 Jahre alten Klaus B. (alle Namen geändert) wegen versuchter räuberischer Erpressung zu einer dreijährigen Freiheitsstrafe verurteilt. Der mitangeklagte Torsten F. wurde damals - wie vom Staatsanwalt gefordert - rechtskräftig freigesprochen.

Laut Urteil des Amtsgerichts waren die beiden drogenabhängigen Männer am Nachmittag des 2. Januar 2005 zusammen auf dem Friedhof unterwegs. In den weiteren Ausführungen hieß es, dass Klaus B., vom Suchtdruck getrieben, der 78 Jahre alten Seniorin aus Hennef einen spitzen Gegenstand, vermutlich einen Brieföffner, vor die Brust gehalten und gesagt habe: „Überfall! Tasche her.“ Die resolute Rentnerin fackelte jedoch nicht lange und schlug dem Angreifer ihre Handtasche um die Ohren. Die Angeklagten hätten daraufhin die Flucht ergriffen.

Gegenseitige Beschuldigung
Beide gaben in erster Instanz zu, an jenem Nachmittag auf dem Friedhof gewesen zu sein. Sie beschuldigten sich allerdings bis zuletzt gegenseitig der Täterschaft. Klaus B. wurde jedoch nicht nur von seinem mitangeklagten Bekannten schwer belastet. Auch die Ex-Freundin, gleichzeitig Schwester von Torsten F., berichtete im Zeugen-stand, dass B. ihr gegenüber die Tat zugegeben habe. In der Vergangenheit wurde Klaus B. bereits 16 Mal in der Rheinischen Landesklinik Bonn wegen paranoider Schizophrenie stationär behandelt. In den Augen des Berufungsrichters handelt es sich bei der Verurteilung jedoch um einen „Fehler der  Justiz“. Gleich mehrere Punkte sprächen dafür, dass der im März freigesprochene Torsten F. der Täter sei: Vor allem aufgrund seiner Körpergröße identifizierte die Seniorin Torsten F. und nicht dessen kleineren Bekannten als Angreifer. Zudem wertete die Kammer das Verhalten von F. nach dem missglückten Raubversuch - er kam mit einem Zeugen, der ihn fassen konnte, zurück an den Tatort - als Indiz für dessen Schuld. Daher müsse für Klaus F. der „uralte Grundsatz“ gelten: Im Zweifel für den Angeklagten. Für die Amtsrichterin war das Verhalten von Torsten F. damals allerdings eher ein Hinweis auf seine Unschuld gewesen.

Das Opfer des Überfallversuchs wurde in zweiter Instanz nicht mehr gehört. Ob es zu einem Wiederauf-nahmeverfahren gegen Torsten F. kommt, ist laut Berufungsrichter unwahrscheinlich. Rechtliche Gründe sprächen dagegen.

Quelle: Kölner Stadtanzeiger (06.07.2007)

 

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