Rechtsanwaltskanzlei

Dr. jur. Peter-René Gülpen

          

Kirchstraße 11

53840 Troisdorf

                    

Telephon:

02241 / 973 978-0

Telefax:

02241 / 973 978-1

               

Bürozeiten und Termine:

                        

Montag bis Freitag
09.00 - 12.00 Uhr sowie
14.00 - 18.00 Uhr
und nach Vereinbarung

 

 

   

 

 

Presse- und Medienberichte


 

 

 

Neun Jahre Haft für Waldbröler Taxi-Überfall

Von Inge Rilinger

Waldbröl/Bonn - Emotionslos nahm der 29-jährige Elektriker aus Morsbach gestern das Urteil des Bonner Schwurgerichts entgegen, das ihn wegen versuchten Mordes, schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung an einer Taxifahrerin zu neun Jahren Haft und Unterbringung in einer Entziehungsanstalt verurteilte. Die Staatsanwaltschaft hatte für den heroinabhängigen Arbeiter aus Kasachstan, der im Jahre 1999 mit seinen Eltern in die Bundesrepublik übersiedelte, zehn Jahre Haft gefordert. Dagegen forderte die Nebenklage (Anm: RA Gülpen) mit elf Jahren Haft eine härtere Bestrafung. Als besonders gravierend erachtete das Bonner Schwurgericht an diesem Fall, daß der Angeklagte gleich drei Mordmerkmale verwirklicht habe. Vorsitzender Richter Udo Buhren in seiner Urteilsbegründung: "Der Täter hat nicht nur heimtückisch und aus Habgier, sondern auch zur Ermöglichung einer Straftat gehandelt".

Ausschlaggebend für die Höhe der Strafe sei auch, daß das Opfer weiterhin physisch und psychisch unter der Tat vom 11. September vergangenen Jahres leidet. Außerdem müssten Taxiüberfälle aus generalpräventiven Gründen härter bestraft werden. Auch das Schwurgericht ging in seinem Urteil davon aus, daß die Heroinsucht des Angeklagten Hintergrund der Bluttat war. Der Mann, der seit Anfang 2002 arbeitslos war und pro Tag etwai ein Gramm Heroin zu sich nahm, brauchte damals dringend Geld, um sich den todbringenden Stoff kaufen zu können.

             

Aus diesem Grund habe er die Taxifahrerin auf der Fahrt von Morsbach nach Waldbröl an eine einsam gelegene Stelle gelotst. Dann habe er plötzlich sein Messer mit 20 Zentimeter langer Klinge gezückt und es ihr in die Brust gestoßen. Nach Ansicht des Gerichts rettete der umgeschnallte Sicherheitsgurt wohl der Frau das Leben, denn durch den Gurt wurde der Stich abgemildert. Aber auch durch ihre eigene Beherztheit habe die 36-Jährige dazu beigetragen, denn sie riss mit letzter Kraft die Fahrertür auf, schrie um Hilfe, zog sich gleichzeitig mit der rechten Hand das Messer aus der Brust und betätigte mit ihrem Knie die Hupe. Tatsächlich hörte eine Passantin die Schreie und alarmierte die Polizei. Minuten später waren die Beamten zur Stelle und konnten den Täter nicht weit vom Tatort entfernt festnehmen. Die zwei Geldbörsen mit knapp über 100 Euro, die er der Taxifahrerin gerade geraubt hatte, konnten ihm wieder abgenommen werden. Der Mann, der bei seiner Festnahme nach den Bekundungen der Polizisten einen abwesenden Eindruck machte, hatte sich nach seinen eigenen Angaben am Morgen vor der Tat insgesamt zwei Heroinspritzen gesetzt. Aus diesem Grund schloß die Kammer nicht aus, daß er zur Tatzeit in seiner Steuerungsfähigkeit erheblich eingeschränkt war. Zu seinen Gunsten nahm das Gericht an, daß er die Tat nicht von langer Hand geplant habe. Andererseits, so Schwurgerichtsvorsitzender Udo Buhren, müsse er dringend behandelt werden. Denn ohne eine Therapie bestehe die große Gefahr weiterer gravierender Straftaten.

Quelle:  Oberbergische Volkszeitung ( 17.12.2002)

 Presse- und Medien  

 

 

 

 

 
 
© Rechtsanwalt Dr. jur. Gülpen, 2008