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Gericht fühlt sich für Beziehungsprobleme missbraucht

Bonner Strafkammer stellte Verfahren gegen angeblich gewalttätigen Lebensgefährten ein

Von Rita Klein

TROISDORF. Die 34 Jahre alte Frau im Zeugenstand vor der 3. Großen Strafkammer des Bonner Landgerichts hat nur einen Wunsch: Sie will auf keinen Fall, dass der Mann, den sie selbst auf die Anklagebank brachte, bestraft wird und wieder ins Gefängnis muss. Dabei hatte sie den 36-Jährigen im März 2004 schwer belastet und ihn wegen Freiheitsberaubung und schwerer räuberischer Erpressung zuerst in U-Haft und nun vor Gericht gebracht. Aber längst ist sie ihm wieder in Liebe zugetan, und er ihr auch.

   

Am Ende des Prozesses muss sie sich zwar einige deutliche Worte der Kammervorsitzenden über Missbrauch der Justiz anhören, aber ihr Wunsch geht in Erfüllung: Ihr Freund wird nicht bestraft.

        

Für die Polizei hatte damals alles nach einer schweren Straftat ausgesehen, als sie am 11. März 2004 von der 34-Jährigen in deren Wohnung in Troisdorf gerufen wurde: Ihr Lebensgefährte, so die Frau, habe sie geschlagen, mit einem Telefonkabel an den Stuhl gefesselt, mit einem Teppichmesser bedroht und ihr ihre EC-Karte und die Geheimnummer abgepresst. Die Beamten nahmen den Mann fest, der Ermittlungsrichter erließ Haftbefehl, und der 36-Jährige landete zum ersten Mal in seinem Leben im Gefängnis, wo er sogar einen Selbstmordversuch unternahm.

           

Sein Opfer aber setzte fortan für ihn Himmel und Hölle in Bewegung. Der Verteidiger (Anm.: RA Gülpen) des 36-Jährigen sagt dazu: "Ich habe noch nie eine Lebensgefährtin erlebt, die sich so engagiert hat." Nach 41 Tagen U-Haft wurde der 36-Jährige schließlich haftverschont - und von seiner Freundin in Empfang genommen.

             

Nun im Prozess bestreitet der Angeklagte die Vorwürfe, und seine Freundin relativiert im Zeugenstand ihre einstigen Anschuldigungen immer mehr: Zwar habe er sie wirklich an den Stuhl gefesselt, aber mit dem Messer habe er sie nicht bedroht. Und das Geld, das er von ihr verlangt habe, sei seines gewesen, und nur das habe er sich mit ihrer Scheckkarte zurückholen wollen. Er habe ihr die Karte direkt zurückgegeben. Das Gericht macht kein Hehl daraus, dass es Probleme mit der Glaubwürdigkeit der Zeugin hat und hält ihr vor, die Justiz für ihre Beziehungsprobleme missbraucht zu haben. Als die Frau weinend den Saal verlässt, läuft ihr Freund ihr mit Erlaubnis der Kammer nach und nimmt sie tröstend in den Arm. Das Gericht sieht nur eine mögliche Erledigung des Falls: Es stellt das Verfahren ein.

Quelle:  General-Anzeiger (28.05.2005)

 

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