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Presse- und Medienberichte


 

 

Verdächtiger streitet Mord an Prostituierter ab


Von Benjamin Jeschor


Bonn/Sankt Augustin.
"Ich kann nur sagen, was mir vorgeworfen wird, habe ich nicht begangen." Noch einmal bekräftigte der 51 Jahre alte Horst S. (Name geändert) aus Niederpleis am Dienstag vor dem Bonner Landgericht, dass er unschuldig am Tod einer Prostituierten sei. Die 38-Jährige war im Eros-Center in der Immenburgstraße umgebracht worden.

 

Doch nach Meinung von Staatsanwältin Karen Essig ist der Angeklagte die Person, die das Opfer am 27. Juni 2009 zunächst mit einem Faustschlag niederstreckte, der Frau eine Plastiktüte über den Kopf zog, ihr einen Vorhang um den Kopf schlang und ihn verknotete. Das Opfer erstickte nach minutenlangem Todeskampf.

Die Anklägerin forderte, den 51-Jährigen wegen Mordes aus Habgier, Heimtücke und zur Ermöglichung des schweren Raubes zu einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe zu verurteilen. In ihren Augen wollte er an die Einnahmen der Frau gelangen.

Sie hatte angeblich 40 000 Euro Bargeld bei sich, das sie wohl in ihre Heimat, die Dominikanische Republik, bringen wollte. Ein Flug war bereits gebucht. Zwar fand man die Beute nie. Für die Staatsanwältin steht jedoch fest, dass Horst S. das Geld nahm, nachdem er die 38-Jährige getötet hatte: "Entweder er hat es versteckt oder in der Spielhalle ausgegeben."

Für die Täterschaft sprächen am Vorhang und unter etlichen Fingernägeln des Opfers gefundene DNA-Spuren. Außer Frage stehe, dass der 51-Jährige mit einer 35 Jahre alten Kollegin des Opfers den Raub geplant hatte. Die ebenfalls aus der Karibik stammende Frau soll nach dem Willen der Anklägerin für Mittäterschaft am Raub für sechs Jahre ins Gefängnis. In der Verhandlung hatten sich beide Angeklagte gegenseitig beschuldigt.
 

Für Peter-René Gülpen, den Verteidiger von Horst S., bestehen hingegen so viele Zweifel, dass er einen Freispruch forderte. Der Angeklagte hatte behauptet, die Getötete in der Nacht vor dem Mord zuletzt aufgesucht und dabei von dem Raubplan Abstand genommen zu haben.

Deshalb sei von einer "straflosen Vorbereitungshandlung" auszugehen. Zur Tatzeit am folgenden Nachmittag will er in einer Spielhalle in Sankt Augustin gewesen sein. Das Urteil soll in der kommenden Woche verkündet werden.

 

Quelle: Generalanzeiger (10.03.2010)

 

 

 


 

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