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Schluss mit Schutzengel

Von ULRIKE SCHÖDEL

BONN / TROISDORF. Keine elf Tage hatte der Häftling im Oktober 2002 noch zu verbüßen - da wurde er schon wieder rückfällig: Im offenen Vollzug bestellte der Betrüger, der zu anderthalb Jahren Haft verurteilt war, bei einem Versandhaus und hat nie bezahlt. Und hatte es auch niemals vorgehabt. So wie später bei all seinen Betrügereien, die er im einsamen Dialog mit seinem PC ausheckte. Und von deren Beute er nicht schlecht lebte. Das Bonner Landgericht verurteilte den 45-jährigen Troisdorfer wegen gewerbsmäßigen Betruges in 67 Fällen zu drei Jahren und zehn Monaten Haft. In sieben Fällen wegen Kreditbetrugs. In 60 Fällen wegen Internetbetrugs.

Dabei hat der Angeklagte mit seinem „uneingeschränkten Geständnis“ das Gericht noch milde gestimmt. Obwohl die kriminelle Vorgeschichte des 45-Jährigen, der schon als Kind polizeibekannt gewesen sein soll, durchaus nicht von Pappe ist: 20 Eintragungen im Strafregister haben die Richter der 1. Großen Strafkammer gezählt. Alle einschlägig. Und fast immer - bis auf zwei Ausnahmen - kam der stets einsichtige und reuevolle Betrüger mit Bewährungsstrafen davon: „Sie hatten bis jetzt ja einen ganz schönen Schutzengel“, kommentierte der Vorsitzende Richter Josef Janßen die erstaunliche Vorstrafen-Liste. Und fügte hinzu: „Ich fürchte, der hat Sie jetzt verlassen...“

Die Betrügereien liefen immer nach denselben Strickmustern ab. In sieben Fällen bot er Kredite, die es nicht gab, zu äußerst günstigen Konditionen an und kassierte dafür satte Anzahlungen. Bei seinen Internetbetrügereien stellte er ausschließlich fiktive Waren in verschiedene Auktionshäuser - vor allem technische Geräte wie digitale Kameras, Scanner, Handys oder Laptops. Kunden bezahlten die ersteigerte Ware, die sie nie zu sehen bekamen. Beträge bis zu 3000 Euro wurden dem Angeklagten guten Glaubens überwiesen. Der Schaden insgesamt soll bei rund 50 000 Euro liegen.

So ganz hat der Schutzengel den Angeklagten, der eher schüchtern wirkt, dann doch nicht verlassen: Das Gericht hob am Ende des Verfahrens - nach sechsmonatiger Untersuch- ungshaft - den Haftbefehl auf. Damit hat der 45-Jährige noch einmal die Chance, in den offenen Vollzug zu kommen. Und die 21. Chance, seinem Leben eine Wende zu geben. Aber, so Janßen mit bedrohlichem Unterton: „Wenn Sie die Notbremse diesmal nicht ziehen, dann landen Sie in Sicherungsverwahrung. Und dann sind Sie richtig weg“.

Quelle: Kölnische Rundschau (28.01.2005)  

 


 

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