¢¢

¢¢

  

 

 
 
 
 
 

               

Rechtsanwaltskanzlei

Dr. jur. Peter-René Gülpen

          

Kirchstraße 11

53840 Troisdorf

                    

Telephon:

02241 / 973 978-0

Telefax:

02241 / 973 978-1

               

Bürozeiten und Termine:

                        

Montag bis Freitag
09.00 - 13.00 Uhr sowie
14.00 - 18.00 Uhr
und nach Vereinbarung

 

 

   

 

 

Presse- und Medienberichte


 

 

Überfall in Hennef: Räuber kommen mit Bewährung davon

Von Rita Klein

Hennef/Bonn. Als die beiden jungen Männer auf der Anklagebank vor der Bonner Jugendstrafkammer das Urteil hören, sind sie fassungslos - vor Erleichterung.

Die beiden 20 und 22 Jahre alten Freunde, die am 30. April 2009 die Besitzerin eines Aquaristik-Ladens in Hennef überfielen, allerdings ohne Beute flüchten mussten, weil das 74-jährige Opfer sein Geld beherzt unter den Arm klemmte und weglief, kommen mit zwei Jahren auf Bewährung und Sozialstunden davon. Außerdem müssen sie sich um eine Ausbildung bemühen. Die schwangere Freundin des 22-Jährigen und dessen Mutter im Zuschauerraum sind erkennbar genauso erleichtert wie die Freundin des 20-Jährigen, der nun nach vier Monaten in U-Haft wieder auf freien Fuß kommt.

Das hatte zu Prozessbeginn allerdings noch ganz anders ausgesehen, wie Kammervorsitzender Theo Dreser den beiden Angeklagten klar macht. Denn erstens war der Überfall auf die 74-jährige Ladenbesitzerin nicht die einzige Tat, die die beiden auf dem Kerbholz hatten: Der jüngere, dessen Leben von Anfang an davon gekennzeichnet war, dass ihn niemand so wollte, wie er war, saß nun unter anderem auch noch wegen des Überfalls auf einen Taxifahrer vor Gericht.

Der ältere, der schon einige Vorstrafen hat, musste sich überdies auch noch wegen mehrerer Diebstähle und Scheckkarten-Betrügereien verantworten. Dass sie nun trotzdem noch eine Chance erhalten, verdanken sie, so Richter Dreser vor allem der 74-Jährigen. Denn die Frau, bei der sich der 22-Jährige nach der Tat mit einem großen Blumenstrauß entschuldigt hatte, bat das Gericht im Zeugenstand um Milde. "Sie können ihr noch zehn Blumensträuße schicken", sagt Richter Dreser.

Obwohl der 20-Jährige die Flucht der Frau noch mit zwei Schüssen aus der Schreckschusspistole begleitete und eine ebenfalls ältere Augenzeugin mit einem weiteren Schuss in Angst versetzte, befindet das Gericht auf Antrag der Staatsanwältin: Die beiden sollen noch eine allerletzte Chance haben. Zumal sie mittlerweile auch beide aus ihrem alten Umfeld heraus sind und neu beginnen wollen.

"Sie stehen an einem Scheideweg", mahnt der Richter. "Nutzen Sie jetzt diese Chance." Beide nicken heftig.

Quelle: Generalanzeiger (21.07.2010)

 


73-jähriges Opfer legte gutes Wort ein

Wegen eines bewaffneten Raubversuchs auf ein Zoogeschäft in Hennef wurden zwei junge Männer jeweils „nur“zu zwei Jahren Jugendstrafe auf Bewährung verurteilt. Bemerkenswert: Die 73-jährige Verkäuferin selbst appel- lierte vor Gericht, keine Haftstrafen gegen die Täter zu verhängen.

Hennef/Bonn - Selten hat ein Urteil so viel Jubel ausgelöst: Drei Frauen - eine Mutter, zwei junge Geliebte in der ersten Reihe - wussten kaum, ob sie vor Glück weinen, schreien oder lachen sollten. Am liebsten wären sie zu ihren Männern auf der Anklagebank gelaufen und hätten sie umarmt. Auch die beiden Angeklagten, 22 und 20 Jahre alt, strahlten. Zunächst aber mussten sie sich die Urteilsbegründung anhören. Die Bonner Jugendstrafkammer hat die beiden Männer gestern unter anderem wegen eines versuchten bewaffneten Raubüberfalls auf ein Zoogeschäft in Hennef jeweils „nur“ zu zwei Jahren Jugendstrafe verurteilt. Diese Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. Die „dicke Chance“ haben die beiden Angeklagten vor allem dem 73-jährigen Opfer zu verdanken: Durch das beherzte Verhalten hatte die Laden-Inhaberin am 30. April 2009 die beiden Räuber, die mit einer Schreckschusspistole Geld von ihr gefordert hatten, in die Flucht geschlagen. Dadurch misslang die räuberische Erpressung und blieb ein Versuch.

Aber auch der Auftritt der alten Dame als Zeugin war mehr als bemerkenswert: Böse psychische Folgen hatte sie nicht zu melden. Im Gegenteil: Für den 22-Jährigen hat sie sogar noch ein gutes Wort eingelegt: „Stecken Sie den nicht in den Knast.“ Der 22-jährige hatte zuvor bei der Frau um Entschuldigung gebeten; mit einem dicken Blumenstrauß und Pralinen war er persönlich bei ihr vorbeigegangen. Sein Entschuldigungskärtchen hat die 73-Jährige in die Kasse gelegt - als gutes Omen. Die Entschuldigung des Jüngeren konnte die Seniorin weniger gut annehmen: Er war es, der die Waffe auf sie gerichtet hatte. Aber auch der 20-Jährige sei kein „richtiger Verbrecher“, so das Gericht, auch wenn er durch seine wirre Lebensgeschichte schädliche Neigungen entwickelt habe - zerrissen zwischen zwei Nationalitäten, zwei Elternpaaren, zahlreichen Heimaufent- halten. In der ersten Reihe wartete seine Lebensgefährtin, die ihn an die Hand nehmen will. „Diese Chance sollen sie noch bekommen - aber dann ist Schluss“, sagte der Vorsitzende Richter Theo Dreser. (usc)

 

Quelle:  Kölnische Rundschau (21.07.2010)

 

 Presse- und Medien

 

 

 

 

   

 
 
   © Rechtsanwalt Dr. jur. Gülpen, 2008