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Presse- und Medienberichte


 

 

 

Bonner Landgericht verurteilt Vergewaltiger aus Troisdorf

 

Von Benjamin Jeschor

 

Troisdorf/Bonn. Hinter Gittern wird der 30 Jahre alte Amir P. (Name geändert) aus Troisdorf die kommenden Jahre verbringen: Das Bonner Landgericht verurteilte den gelernten Maurer am Mittwoch wegen zwei Vergewaltigungen und einer besonders schweren Vergewaltigung zu einer achtjährigen Freiheitsstrafe.

Gleich zu Beginn der Urteilsverkündung stellte der Vorsitzende Richter Klaus Reinhoff klar, dass es sich um Taten mit "Ausnahmecharakter" gehandelt habe: Zwischen dem Verge- waltiger und den zufällig ausgewählten Opfern bestand offenbar keine Beziehung. Der Täter habe ganz unterschiedliche Frauentypen ausgewählt. "Das war alles egal - Hauptsache das Eine", so Reinhoff.

In der Nacht auf den 29. August 2009 war es laut Urteil zur ersten Vergewaltigung gekommen. In einer Disco in Oberlar sprach Amir P. eine 47-Jährige an. Nachdem die Frau ihm ein Bier ausgegeben hatte, gab er an, von zu Hause seine Gitarre holen zu wollen. Die erheblich alkoholisierte Frau stieg zu dem 30-Jährigen ins Auto, doch der Angeklagte fuhr auf einen abgelegenen Parkplatz.

Dort schlug und vergewaltigte er die 47-Jährige, bis dieser die Flucht gelang. Die Behauptung des Angeklagten, es sei in diesem Fall einvernehmlich zum Geschlechtsverkehr gekommen, und dass die 47-Jährige nachher sogar noch ein Bier mit ihm habe trinken wollen, wertete das Gericht als "weltfremd und falsch".

Das Opfer war laut Urteil "völlig verstört" zu der Disco zurückgekehrt und hatte von der Vergewaltigung und den Schlägen berichtet. Die zwei weiteren Taten hatte Amir P. im Prozess weitgehend gestanden. Keine 24 Stunden nach der ersten Vergewaltigung traf der Angeklagte am frühen Morgen des 30. August an einer Bushaltestelle auf eine ortsunkundige 21-Jährige. Obwohl dies "genau die Situation war, vor der Eltern ihre Kinder warnen", so Reinhoff, stieg die junge Frau zu dem Mann ins Auto - in einer ruhigen Nebenstraße wurde sie mit dem Tod bedroht und vergewaltigt.

 

Das Opfer der dritten Tat wurde eine junge Frau (vertr. d. RA Gülpen), die Ende November in einem Jugendzentrum in ihren 20. Geburtstag hineingefeiert hatte.

Nach der Feier hatte der 30-Jährige der Heranwachsenden und ihrem Freund angeboten, sie nach Hause zu fahren. Mit einem Trick schaffte der Angeklagte es, dass der Freund das Auto kurz verließ. Daraufhin fuhr der Vergewaltiger an eine entlegene Stelle und verging sich an der 20-Jährigen.

 

Generalanzeiger vom 03.06.2010

 


 

Acht Jahre Haft

Ein 30-jähriger Troisdorfer ist vom Bonner Landgericht zu acht Jahren Haft verurteilt worden. Der Vorsitzende Richter verurteilte die Taten des Vergewaltigers aufs Schärfste. In Rage gebracht hatte den Richter vor allem das letzte Wort des Mannes.

Bonn/ Troisdorf - An ihrem 20. Geburtstag hatte er sie vergewaltigt. Und sie war nicht das einzige Opfer des 30-jährigen Troisdorfers, dessen Taten im Sommer und Herbst 2009 für Schlagzeilen gesorgt hatten. Acht Jahre muss der gelernte Handwerker jetzt für drei Vergewaltigungen - eine davon wurde als „besonders schwerer Fall“ bewertet - hinter Gitter. Ungewöhnlich deutlich ging der Vorsitzende der dritten großen Strafkammer am Bonner Landgericht mit dem 30-Jährigen gestern bei der Urteilsbegründung „ins Gericht“. In Rage gebracht hatte den Richter vor allem das letzte Wort des Mannes, in dem er versprochen hatte, sich um seine Opfer „zu kümmern“, und zwar nicht „nur finanziell.“ - „Tun Sie alles in Ihrem Leben, aber lassen sie diese Frauen in Ruhe! Ist das klar?“ fuhr der Vorsitzende den Verurteilten an.

Der Hintergrund: Alle drei Opfer sind auch ein Jahr nach den Vergewaltigungen in Behandlung. Zwei Lebenspartner der Opfer mussten ebenfalls psychologische Hilfe in Anspruch nehmen, denn sie kommen nicht damit klar, dass sie ihre Freundinnen nicht hatten beschützen können. Drei Taten konnten dem 30-Jährigen nachge- wiesen werden. In zwei weiteren Fällen hatten die Beweise nicht für eine Anklage ausgereicht. Das Schema der Vergewaltigungen war stets gleich: Erst erschlich sich der Mann das Vertrauen seiner Opfer, dann lockte er sie in sein Auto. An abgelegenen Orten fiel er über sie her. Immer machten sich später die Opfer Vorwürfe, in das Auto eines fremden Mannes eingestiegen zu sein. „Aber“, stellte der Vorsitzende klar, „wir sind der Meinung, dass eine Frau in ein fremdes Auto muss einsteigen können, ohne etwas zu befürchten.“ Der 30-Jährige hatte zwei der drei Taten gestanden, die erste jedoch bestritten. Der Geschlechtsverkehr mit einer damals 47-Jährigen Ende August 2009 sei einvernehmlich geschehen. Das sah das Gericht nicht so, denn Zeugen hatten die Frau kurz nach der Tat gesehen und geschildert, wie aufgebracht sie gewesen sei. (lub)

Quelle:  Kölnische Rundschau (03.06.2010)

 

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