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Presse- und Medienberichte


 

 

Handyabzocke im Nachtbus

Von ULRIKE SCHÖDEL, 18.09.09

Der Nachtbus fuhr gerade am Konrad-Adenauer-Platz in Beuel vorbei, als der 16-jährige Marco F. (Name geändert) plötzlich mit einem Messer bedroht wurde.

BONN. Der Nachtbus fuhr gerade am Konrad-Adenauer-Platz in Beuel vorbei, als der 16-jährige Marco F. (Name geändert) plötzlich mit einem Messer bedroht wurde. Ein Jugendlicher, ebenfalls 16 Jahre alt, der mit seiner Clique im Bus unterwegs war, hatte sich vor ihm aufgebaut und hielt ihm in Hüfthöhe sein aufgeklapptes Taschenmesser hin. Marco F. bekam Todesangst und tat sofort, was der Abzocker unmissverständlich verlangte: Er rückte sein Handy heraus. Auch Marco F. war an diesem Abend mit seiner Clique unterwegs gewesen. Alle waren von der Drohgebärde eingeschüchtert und wie paralysiert. Eine ganze Weile noch fuhren die Jugendlichen im Bus weiter, bis jeder an seiner Station ausstieg.

Marco F. hat den Vorfall aus in der Nacht zum 7. März 2009 angezeigt, und der 16-jährige Stefan K. (Name geändert) wurde vom Bonner Jugendschöffengericht jetzt wegen schwerer räuberischer Erpressung zu sechs Monaten Jugendstrafe verurteilt - wegen seines jungen Alters unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Wie ein Gerichtssprecher auf Anfrage bestätigte, wurde die Strafe gegen Auflagen zur Bewährung ausgesetzt: sozialer Trainingskurs, aber auch Entschädigung des Opfers.

Als besonders gravierend hatte es der Richter bezeichnet, dass Stefan K. während dieser Busfahrt zuvor bereits von einem Fahrgast gewarnt worden war. Dieser Mann hatte beobachtet, wie der Angeklagte sein Opfer bedrängte, war aufgestanden und hatte ihm gesagt, er solle das unterlassen. Kaum jedoch war der Fahrgast ausgestiegen, kam es dann doch zur Tat.

Einen Monat später war Stefan K. bei einer anderen fiesen Abzocke in einem Bus dabei. Zu dritt wurde ein 10-Jähriger um sein belegtes Brötchen gebracht: „Gibt her, wir wollen das selber essen", wurde der Knirps, der mit Freunden unterwegs war, von dem älteren Trio angegangen. Als der Kleine zögerte, wurde ihm mit Schlägen gedroht. Der Junge gab sein Brötchen ab und musste weinend zusehen, wie es vor seinen Augen verzehrt wurde. Da der Angeklagte im Prozess beteuert hatte, dass er in diesem Fall nicht der Anführer gewesen sei, wurde das Verfahren im Hinblick auf die strafrechtlich gravierendere Handy-Erpressung eingestellt. Nach Auskunft seines Anwalts Peter Gülpen, hat Stefan K. auch sonst noch so gerade „die Kurve bekommen": Geständnis im Prozess, Abschied von der Clique, vom Abhängen und vom Chillen. Auch soll er jetzt einen Job haben.

Quelle:  Kölnische Rundschau (18.09.2009)

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