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Presse- und Medienberichte


 

 

 

Der "Pate von der Grafschaft" war sein Verhängnis

27-jähriger Siegburger muss drei Jahre in Haft - Er sollte einen Zeugen "aus dem Weg räumen"

Von Christoph Lüttgen

 

Koblenz/Grafschaft. Gefährliche Körperverletzung, Fahren ohne Führerschein, gefährlicher Ein-griff in den Straßen- verkehr, Sachbeschädigung und Unfallflucht - diese Ansammlung von Straf-taten verübte ein 27-jähriger Siegburger innerhalb weniger Minuten.

Dafür verurteilte ihn das Landgericht Koblenz am MIttwoch zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren. Davon gehen jedoch zwei Jahre auf das Konto von Straftaten (Diebstahl, Körperver-letzung), die der Angeklagte nach dem jetzt verhandelten Fall begangen hat. Die Schilderungen der Taten und die Hintergründe bezeichnete Staatsanwalt Markus Necknig als "schlechten Kriminalroman". Dennoch hielten die Prozessbeteiligten die Ausführungen des Beschuldigten für glaubhaft. Demnach habe der 27-Jährige vor ein paar Jahren im Gefängnis einen Häftling kennengelernt, der dem Gericht als "Pate von der Grafschaft" bekannt ist. Nach der Entlassung trafen sich beide im Haus des Grafschafters. Dort spannte der Hausherr, ein Waffennarr mit Verbindungen zu den "Hells Angels", den Angeklagten für seine Machenschaften ein.

         

Er sollte sich seine Sporen verdienen. So habe der neue Freund aus dem Knast den 27-Jährigen beauftragt, einen Zeugen aus dem Weg zu räumen, damit dieser am nächsten Tag nicht vor Gericht erscheinen könne. Der Zeuge war Opfer einer Schlägerei geworden, an der der Sohn des Auftraggebers beteiligt gewesen war. "Zunächst war geplant, den Mann aus dessen Wohnung zu entführen und ihn im Wald an einen Baum zu binden", sagte der Angeklagte am Mittwoch. Daraus sei jedoch nichts geworden, so dass er den Zeugen so verprügeln sollte, dass dieser für längere Zeit "ausgeschaltet" sei. "Doch das konnte und wollte ich nicht", so der Angeklagte. Daraufhin habe der Grafschafter ihn mit einem Samurai-Messer bedroht und gedroht, ihm und seiner Familie etwas anzutun. "Ich hatte große Angst und habe schließlich eingewilligt", begründete der 27-Jährige die Zustimmung zur Tat.

           

Mit einem geliehenen Auto lauerte er im November 2002 dem 24-jährigen Zeugen, der wie mit dem Roller zur Arbeit fahren wollte, auf. Der 27-Jährige folgte dem Rollerfahrer und drängte ihn zwischen Gelsdorf und dem Industriegebiet von der Fahrbahn ab. Der 24-Jährige stürzte in den Straßengraben, der Täter flüchtete. Glücklicherweise kam das Opfer mit einer Knieprellung davon. Das Vorhaben des Auftraggebers war in doppelter Hinsicht gescheitert. Denn der 24-Jährige war trotz des Angriffs in der Lage, am nächsten Tag als Zeuge vor Gericht zu erschei-nen. Die 1. Strafkammer unter Vorsitz von Richter Dieter Schracke wertete das umfassende Geständnis und die gegenüber dem Opfer ausgesprochene Entschuldigung zu Gunsten des Angeklagten. Zu seinen Lasten wertete das Gericht seine 15 zum Teil einschlägigen Vorstrafen. "Sie haben das Auto als Waffe eingesetzt und billigend in Kauf genommen, dass ihre Aktion schlimmstenfalls auch mit dem Tod des Opfers hätte enden können", hielt Schracke dem Angeklagten vor. Der kann sich damit trösten, dass sich der "Grafschafter Pate" demnächst ebenfalls vor Gericht verantworten muss.

 

Quelle:  General-Anzeiger (14.04.2004)

 

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