Rechtsanwaltskanzlei

Dr. jur. Peter-René Gülpen

Fachanwalt für Strafrecht 

    

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Namenskunde


 

 

Der Name "Gülpen" scheint in einigen Landstrichen für manche Zeitge- nossen unaussprechbar, für einige Justizbeschäftigte kaum buchstabierbar und bisweilen exotisch oder im Besonderen orientalisch zu klingen.
Tatsächlich birgt der uralte Name einen langen und vielfältigen Traditions­hintergrund, der seine Wurzeln im Aachener Dreiländereck, genauer in der niederländischen Kleinstadt Gulpen findet. Der Name bezeichnet mithin eine Ortsherkunft und ist sprachlich durchaus zu bewältigen, denn auch der Müller führt das "ü"... und Frau Krüger und Herr Hübner sowieso.

Gulpen liegt ca. 15  km von Aachen entfernt in der niederländischen Provinz Limburg im sog. Mergelland-Heuvelland, der wohl einzigen Hügelland­schaft in den ansonsten eher flachen Niederlanden.

Bereits in der Römerzeit war die heutige Stadt Gulpen als Siedlung Galopia am Rande der sog. "Römerstraße" bekannt. Köln, damals als Colonia Agrippina die Hauptstadt der um 90 n. Chr. von Kaiser Augustus errichteten nördlichsten Provinz des römischen Reiches (Germania Inferior; Nieder­germanien) unterhielt Handels- und Verkehrswege zur französischen Küste am Ärmelkanal mit dem Seeweg nach England. Galopia war an der hierzu von Köln über Jülich nach Heerlen ausgehenden sog. Römerstraße zwischen Aquis grana (Aachen) und Traiectum ad Mosam (Maastricht) gelegen. Der Ort liegt an dem Fluß Geule, welche in Aachen-Lichtenbusch als Göhl entspringt und über belgisches Hoheitsgebiet als Gueule fließend die Stadt Gulpen durchquert, um bei Meerssen nördlich von Maastricht in die Maas zu münden. Zugleich fließt in Gulpen das Flüsschen Gulp (lat. Gula) der Geule (lat. Ulpia) zu, woraus sich zu Römerzeiten der Name Galopia zusammengesetzt haben dürfte.

Basierend auf dieser Herkunft trugen zahlreiche Einwohner der Stadt die Ortsbezeichnung Gulpen als Familiennamen, der sich im Laufe der Zeit ostwärts in den Aachener Raum bis nach Düren und Köln verbreitete. Vor allem Würselen gilt als Namenshochburg, wo der Name Gülpen (nieder- ländisch wird das "u" als "ü" ausgesprochen) auch heute noch sehr zahlreich vertreten ist. Aufgrund der Nähe zum Rheinland und der vorherrschenden Mundart des sog. "Öcher Platt" wird der Anfangsbuchstabe des Namens häufig und gerne als "J" ausgesprochen.

In ihren jeweiligen Epochen finden sich für ihre Zeit namhafte Namens­träger, wobei sprachliche und geschichtliche Umstände ihren Einfluß auf die Namensgestaltung nahmen. Den Ursprung scheint der Name in dem adeligen Rittersgeschlecht de Galopia zu finden, der sodann im Laufe der Zeit Abwandlungen wie etwa de Gulpen, van Gulpen oder von Gülpen fand.

So wird etwa ein Johannes de Galopia um 1279 als Bürgermeister von Aachen erwähnt. Um 1370 traten adelige von Gülpen´s bei der Vertei­digung ihres limburgischen Heimatlandes in Erscheinung und trugen als Wappen ein gelbes Zackenkreuz auf schwarzem Hintergrund. Im 14. Jahrhundert unterhielten die Ritter de Gulpen ihren Sitz in Valkenburg. Im Lehensregister des Aachener Marienstift wird 1412 das Gut op der Gülpen bei der Neuerburg genannt. Im 15. Jahrhundert sind von Gülpen´s als Abtissinnen oder als Mitglieder des Aachener Münsterstifts urkundlich erwähnt. Im Devolutionskrieg von 1667 bis zum Frieden von Aachen im Jahre 1668 kämpfte Ritter de Gulpen im heutigen Hennegau (Belgien).
Auch bis in die Neuzeit finden sich verschiedene Varianten und Schreib­weisen des Namens. Mitte des 18. Jahrhunderts betätigte sich Philippe van Gulpen als Wundarzt und als in Maastricht bekannter Künstler.

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Wilhelm Gülpen bekleidete in den 1980'er Jahren das Bürgermeis­ teramt der Stadt Würselen - aber ohne van, von oder de als ortsbe­zeichnender Namenszusatz.
Denn bereits Napoleon Bonaparte kamen Adelsbezeichnungen wie "van Gulpen" eher ungelegen und am 11. August 1919 wurden mit Art. 109 der Weimarer Reichsver- fassung die Vorrechte des Adels gänzlich abgeschafft.

Die ehemaligen Adelsprädikate sind dadurch nach dem bürgerlichen Recht Bestandteil des Namens geworden - oder auch manchmal nicht.
Der Name Gulpen hat seitdem  vielfach seinen Zusatz "van" verloren; als Trost gab es hierfür wohl die Strichelchen auf dem "ü".

 

 

 

       

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