Rechtsanwaltskanzlei

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Presse- und Medienberichte


 

 

 

Beim Handgemenge in Messers Schneide gegriffen

25 Jahre alter Lohmarer wollte mit Waffengewalt vermeintlich gestohlenes Geld eintreiben

Siegburg. Sechs Monate auf Bewährung und 1 800 Euro Schmerzensgeld. Dazu verurteilte Richterin Alice Weismann am Donnerstag im Siegburger Amtsgericht einen 25-jährigen Lohmarer. Der hatte am 12. September 2004 einen 24-jährigen Neunkirchener mit einem Armeemesser erheblich verletzt. Als Motiv gab der Angeklagte an, sein ehemaliger Kumpel hätte ihn bestohlen, und er habe das Geld zurückgefordert. Richterin Weismann sah einen bedingten Vorsatz als erwiesen an: "Die Verletzungen des Geschädigten haben sie billigend in Kauf genommen."

Am Tattag besuchte der Neunkirchener einen Freund im Hochhaus an der Lohmarer Parkstraße. Dort wohnte auch der Angeklagte. Plötzlich klingelte es an der Tür des Freundes, und der Angeklagte stürmte in die Wohnung, um den Neunkirchener zur Rede zu stellen. "Er hatte mir 40 Euro gestohlen, als er mich das letze Mal besucht hatte, und die wollte ich wieder haben", sagte der Angeklagte am Donnerstag und gab zu, die Wohnung mit einer Gaspistole betreten zu haben. Die Sache sollte dann aber "vor der Haustür" geklärt werden. Diese Ankündigung des Neunkircheners muss der Lohmarer falsch verstanden haben. Er ging davon aus, dass der 24-Jährige zu ihm in die drei Etagen tiefer liegende Wohnung komme. Als er aber an der Wohnungstür vorbeiging, glaubte er sich erneut hintergangen. Mit einem großen Armeemesser in der Hand stürzte er aus der Wohnung, verfolgte und griff den 24-Jährigen an. Zunächst versetzte er ihm eine Kopfnuss. Als der Angegriffene versuchte, dem Angreifer das Messer abzunehmen, griff er in die Klinge und die durchtrennte mehrere Sehnen und Nervenstränge an drei Fingern der rechten Hand. Drei Operationen musste der gelernte Metallbauer über sich ergehen lassen. Seinem Beruf kann er seitdem nicht mehr nachgehen. "Mir tut es teilweise Leid", sagte der Angeklagte. Nach wie vor geht er davon aus, dass der Neunkirchener ihn bestohlen hat - was dieser während der Verhandlung bestritt. Der Lohmarer, der nicht vorbestraft ist, neigt laut psychologischem Gutachten zu jähzornigen Handlungen und paranoiden Psychosen. Da er laut Gutachterin zum Tatzeitpunkt aber bei klarem Verstand gewesen sei, schloss die Richterin eine verminderte Schuldfähigkeit aus.

Ein hartes Leben habe der Angeklagte gehabt. Bereits früh trennten sich die Eltern und er war immer hin und her gerissen zwischen Vater und Mutter. Ohne Abschluss verließ der die Hauptschule und begann eine Lehre als Straßenbauer. Weil ihm ein Bagger über den Fuß fuhr, ist der 25-Jährige Frührentner. Entgegen kam der Staatsanwalt dem Angeklagten mit seiner Forderung nach einer sechsmonatigen Bewährungsstrafe, der sich Richterin Weismann anschloss. Die 1 800 Euro vorläufiges Schmerzensgeld muss der Lohmarer seinem Opfer überweisen, zahlbar in monatlichen Raten von 50 Euro. Die Zahlungen werden auf das endgültige Schmerzensgeld angerechnet. Über die Höhe wird demnächst verhandelt. Das Opfer habe als Nebenkläger laut seines Anwalts Anspruch auf rund 20 000 Euro Schmerzensgeld

 

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  © Rechtsanwalt Dr. jur. Gülpen, 2008