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Presse- und Medienberichte


 

 

 

Falscher Doktor zog seinen Opfern Geld aus der Tasche

51-jähriger Betrüger logierte in einem Königswinterer Hotel

Von Bettina Köhl

Königswinter/Bonn. Es waren unglaubliche Geschichten, mit denen der 51-jährige Angeklagte anderen Leuten Geld aus der Tasche zog. Sie überließen dem Mann, den sie für einen milliardenschweren Arzt mit eigener Klinik in Kanada hielten, tausende Euro, während er in einem Königswinterer Hotel logierte. Auch einen großen Teil der Hotelrechnung übernahm eines der Opfer.

Vor einem halben Jahr musste der 51-Jährige das Hotelzimmer gegen eine Zelle in der Justizvollzugsanstalt Rheinbach tauschen. Und er bleibt vorerst hinter Gittern. Das Bonner Schöffengericht verurteilte ihn am Mittwoch wegen Betrugs in fünf Fällen, Miß-brauchs von Titeln und Berufsbezeichnungen und Unterschlagung zu einer Haftstrafe von einem Jahr und sechs Monaten. Unterschlagung wird dem Mann zur Last gelegt, weil er ein Motorrad gemietet, dafür aber dreieinhalb Jahre nicht gezahlt hat. Der Schaden beträgt 31000 Euro. Außerdem hat er sich als promovierter Arzt ausgegeben, als er sechs Mercedes bei einem Autohändler in Hessen bestellte. Zum Betrug kam es nicht, weil der Angeklagte nicht zahlte, die Autos deshalb auch nie geliefert wurden. Der Kaufvertrag mit einer Summe von 300000 Euro diente aber einem anderen Zweck. Der Angeklagte nutzte ihn, um seine Opfer von seinen finanziellen Möglichkeiten zu über-zeugen. Ein Mann, dem der Angeklagte zu einem Spitzenjob in seinem Unternehmen verhelfen wollte, blieb auf der Hotelrechnung sitzen. Einer Frau, die der 51-Jährige im Hotel kennengelernt hatte, knöpfte er insgesamt 8400 Euro ab. Der falsche "Doktor", der seine medizinischen Kenntnisse einer Sanitäterausbildung verdankt, bot der Arzt-Witwe an, ihre Urinprobe zu untersuchen. Sie sehe so schlecht aus. Dann sagte er der Frau, dass sie Krebs habe, dass er aber für 2400 Euro Medikamente aus Kanada besorgen könne. Weitere 6000 Euro gab das Opfer dem Betrüger für ein Hilfsprojekt im Kongo. Darauf fiel auch ein aus Afrika stammender Arzt herein, der mit 2500 Euro seinen Landsleuten helfen wollte. Der Angeklagte ist vorbestraft, weil er sich als Guru für Krebskranke ausgegeben und in einem Hotel eingenistet hatte. "Das ist dasselbe Strickmuster. Man könnte meinen, Sie wären durch die Erfahrungen von damals geheilt", sagte der Vorsitzende Richter. "Wie schafft es ein Mann mit nichts im Hintergrund, andere so dumm und dämlich zu reden, dass sie ihr Geld ausspucken?", fragte der Staatsanwalt in seinem Plädoyer. An einem gewissen Mitverschulden der Opfer komme man nicht vorbei.

Für das Schöffengericht blieb schließlich die Frage offen, ob der Angeklagte als notorischer Betrüger überhaupt in der Lage ist, ein ehrliches Leben zu führen: "Wir vermuten, dass er selbst in einer Welt zwischen Phantasie und Wirklichkeit gelebt hat."

Quelle: General-Anzeiger (02.02.2006)

 

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